Die Sitzungen finden monatlich statt, und zwar an wechselnden Orten. Die allermeisten Sitzungen des Kirchenvorstands sind öffentlich – wir freuen uns über interessierte Gemeindeglieder, die dazu kommen möchten!
Mittwoch, 15.07.2026, 19:30 Uhr, Dürrnbuch, Haus der Bäuerin
Die Tagesordnung der einzelnen Sitzungen finden Sie jeweils ca. eine Woche vorher in den jeweiligen Schaukästen.
Aus dem Kirchenvorstand
„Räume für die Zukunft“
Region Ost plant ihren Gebäudebedarf – Ziel ist eine Reduzierung und Konzentration
„Liebe vergeht, Grundbuch besteht“
– dieser (zugegeben leicht unromantische) Spruch bringt den bleibenden Wert von Immobilien gut auf den Punkt. Für uns als Kirchengemeinde sind unsere Gebäude allerdings kein Selbstzweck – ihren Wert erhalten sie dadurch, dass sie unserem Gemeindeleben ein Dach über dem Kopf geben oder (durch Vermietung bzw. Verpachtung) zur Finanzierung beitragen.
Jeder Immobilienbesitzer kennt aber auch das alte Baumarkt-Motto: Es gibt immer was zu tun. Erst recht gilt das, wenn die Gebäude in die Jahre gekommen sind. Auch wir im Kirchenvorstand können das eine oder andere Lied singen von Pfarrhaussanierung, Kanalarbeiten, Heizungserneuerung, Kirchendachstuhl-Reparatur oder Friedhofsmauer-Sanierung. Fast immer laufen mehrere Baumaßnahmen gleichzeitig, und es gibt Zeiten, da reicht eine Hand nicht aus, um alle aufzuzählen.
Für den Werterhalt und die Nutzung ist das alles nötig. Es bindet aber eine Menge Geld – und, nicht zu vergessen, auch Zeit, und zwar von Hauptamtlichen wie von Ehrenamtlichen, die darüber beraten und beschließen und nicht selten auch mit großem Einsatz dafür sorgen, dass manche Eigenleistung unseren Haushalt schont.
Bis vor wenigen Jahren konnten wir uns noch einigermaßen auf finanzielle Unterstützung unsrer Landeskirche verlassen. In Zeiten des Mitgliederschwunds werden auch hier die Kassen leerer und die Zuschüsse knapper.
Die Herausforderung, vor der wir als gesamte Kirche stehen, lautet also: Wie können wir auch in Zukunft unserem Gemeindeleben Raum (und Räume) geben – und gleichzeitig dafür sorgen, dass uns der Bauunterhalt noch Zeit, Geld und Kraft für das Gemeindeleben selbst übriglässt?
Unsere Landeskirche hat daher einen Planungsprozess gestartet mit dem Ziel, den Gebäudebestand zu reduzieren und zu konzentrieren. Alle Dekanate sollen bis spätestens Ende dieses Jahres die vorhandenen Immobilien beurteilen und nach Wichtigkeit sortieren. Gebäude, die über das Jahr 2035 hinaus noch für das kirchliche Leben gebraucht werden, kommen in die Kategorie A – sie werden weiterhin aus dem kirchlichen Haushalt finanziert. Für die übrigen Gebäude (Kategorie B oder C) muss die Kirchengemeinde andere Finanzierungsquellen finden, z.B. durch Vermietung, Beiträge Dritter oder andere Einnahmen; auch ein Verkauf kommt als letzte Option infrage. Von den Pfarrhäusern, Gemeindehäusern und Kirchen dürfen ca. 50 % die Kategorie A bekommen.
Für uns stellt sich also die Frage: Welche Räume brauchen wir, um weiterhin gut Kirche vor Ort sein zu können? Welche Gebäude können wir (schon jetzt oder durch Umbau) noch intensiver und vielfältiger nutzen, und für welche Häuser finden wir eine andere Nutzung?
Weil es sinnvoll ist, dafür über die eigenen Kirchtürme hinauszuschauen, sind wir seit November 2025 dabei, diese Frage zusammen mit unseren Nachbargemeinden in der Region Ost zu klären.
Unsere Vorschläge legen wir dann im Frühling dem Dekanatsausschuss vor; dieser beschließt für alle Gebäude im Dekanatsbezirk zuerst eine vorläufige
Kategorisierung und (unter Berücksichtigung der Stellungnahmen aus den Kirchengemeinden) dann einen finalen Planentwurf.
Aus diesem Planentwurf entsteht bei einem „runden Tisch“ unter Beteiligung von Bau- und Verwaltungsleuten der Landeskirche und VertreterInnen des Dekanats ein regionaler Gebäudebedarfsplan, den dann bis Jahresende der Dekanatsausschuss beschließt.
Eines steht jetzt schon fest: Hier gibt es keine einfachen Entscheidungen.
An jedem unserer kirchlichen Gebäude hängen persönliche Erfahrungen und Lebensgeschichten. Wir glauben aber auch, dass wir gute Lösungen finden können, wenn wir unserer Kreativität und Vorstellungskraft Raum geben und uns von Fachleuten beraten lassen.
Ja, eine lebendige Gemeinde braucht Räume – aber diese Räume sollen der Freiheit dienen und uns nicht beschweren. Weil Kirche nicht von „toten“
Steinen abhängt, sondern erbaut ist aus „lebendigen Steinen“, nämlich uns Christinnen und Christen.